Der Schuss in den Ofen

In den letz­ten Tagen sprach ich so daher und ein Freund fag­te, was ein Schuss in den Ofen“. Prompt war ist auf der Mat­te“ und such­te nach der Bedeu­tung die­ser Rede­wen­dung.

Wenn man an die­se Rede­wen­dung denkt, dann weiß man, dass sich ein ein Fehl­schlag, ein Miss­erfolg oder eine Falsch­mel­dung ereig­net hat. Das ist die über­tra­ge­ne Bedeu­tung die­ser Rede­wen­dung. Doch wie sich es mit der sprach­li­chen Her­kunft aus?

Oft man man bei die­ser Rede­wen­dung sofort an einen Schuss den­ken bzw. etwas od. jemand, dass geschos­sen hat. Ganz so falsch in der Wer­de­gang die­ser Gedan­ken nicht. Das ältes­te Erklä­rung geht – wie immer – in das Mit­tel­al­ter zurück. Damals hat man das Brot im Stein­ofen geba­cken. Dazu muss­te der Ofen aber vor­her auf­ge­heizt wer­den. Sobald der Ofen heiß genug war, leg­te man das Brot schnell an den Ofen rein. Die­ses Vor­gang des schnel­len Rein­le­gens in den hei­ßen Ofen nann­te man Schluss“. Man schoss also das Brot in den Ofen.

Es pas­sier­te auch manch­mal, dass zuerst das Brot in den Ofen geleg­te wur­de und anschlie­ßend den Ofen ent­zün­de­te. Durch die­se Umkeh­rung bei­der Vor­gän­ge pas­sier­te es gele­gent­lich, dass der Bäcker­ge­hil­fe ver­gaß, den Ofen zu erwär­men. So blieb das Brot unge­ba­cken im Ofen ste­cken und die gan­ze Sache war im Nach­hin­ein ein Schuss in den Ofen“.

Es wird aber auch erklärt, dass man in der Zeit, als schuss­fä­hi­ge Waf­fen hat­te, die mit Schwarz­pul­ver getrie­ben wor­den sind, man damit den Ofen ent­zün­den woll­te. In der Hoff­nung, dass dadurch sich Fun­ken und Feu­er ent­zün­den, schoss man in den Ofen hin. Lei­der ent­stand nur eine Rauch- und Ruß­bil­dung. Zudem schep­per­te es laut, falls der Ofen aus Metall erbaut war, aber ansons­ten pas­sier­te nichts wei­ter und es war ein Schuss in den Ofen“.

Und zum Abschluss eine klei­ne anek­do­ti­sche Geschich­te zu die­ser Sache: Einem Pfar­rer wur­de immer das Brenn­holz geklaut. Um end­lich fest­zu­stel­len, wer der Übel­tä­ter war, hat­te man eini­ge Holz­stü­cke aus­ge­höhlt und sich mit Schwarz­pul­ver gefüllt. Bei dem, wo der Ofen um die Ohren flog, war somit der Dieb.

Bei­trags­fo­to: Die­ter Schütz /​ pixelio​.de (Quel­le)

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