Die Etymologie des Wortes Wolke“

In den letz­ten Tagen habe ich mich in der frei­en Zeit, die mir bleibt, ver­stärkt der Foto­gra­fie von Him­mels­er­schei­nun­gen von Wol­ken­for­ma­tio­nen gewid­met. Da macht man sich ein wenig in der Wol­ken­kun­de schlau und erfährt unter ande­rem, dass das Wort Wol­ke“ sprach­lich gese­hen mit ver­trock­ne­ten Pflan­zen und einem rus­si­schen Fluss etwas gemein­sam hat.

Bedeu­tungs­mä­ßig ist in der Meteo­ro­lo­gie eine Wol­ke eine gro­ße Ansamm­lung von Was­ser­teil­chen in der Tro­po­sphä­re, in der Che­mie ist es eine ähneln­de Ansamm­lung von Teil­chen in der Luft oder in einer Flüs­sig­keit und in der Astro­no­mie eine Gebil­de aus Gas oder Staub. Aber rein sprach­lich geht das Wort Wol­ke“ mög­li­cher­wei­se auf die indo­ger­ma­ni­sche Wur­zel u̯elg- in der Bedeu­tung feucht, nass“ zurück. So fin­det man in der mit­tel­hoch­deut­schen Spra­che es als wol­ken wie­der, im Alt­hoch­deut­schen als wol­kan und im Ger­ma­ni­schen wulk­na-. Das Wort selbst ist seit dem 8 Jahr­hun­dert belegt. Ursprüng­lich war es ein Neu­trum, erst seit dem Spät­mit­tel­hoch­deut­schen ist die Wol­ke“ weib­lich.

Sprach­lich ver­wandt sind übri­gens auch der Fluss Wol­ga“ in Russ­land und das Wort welk“ im Sin­ne von aus­ge-/ver­trock­net od. ver­dor­ben (d. h. ohne Was­ser), z. B. welk sein oder ver­wel­ken, wobei die­ses Wort über­wie­gend bei Pflan­zen oder Früch­te ver­wen­det wird.

Ich ver­mu­te mal, dass Sie dies noch nicht wuss­ten und ich hof­fe, dass Sie nach die­ser Erkennt­nis nicht aus allen Wol­ken gefal­len sind.

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